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Dantons Tod

Gerade mit dem pragmatisch angelegten, klar definierten Bühnenbild, den historisch geprägten Kostümen und der rundum spielfreudigen, auch in großen Szenen auf das Detail bedachten Regie (Leonard Prinsloo) ist es gelungen, die Szenen nahezu zeitlos und mit Fokus auf die vom Blutrausch verborgene Psyche der Protagonisten auf die Bühne zu bringen – und damit Raum für eigene Assoziationen zu schaffen.

Auch das von Walter Kobéra, Intendant und musikalischer Leiter in einer Person, mit Souveränität und Gestaltungswillen geleitete "amadeus ensemble Wien" erlangte vom Graben aus Präsenz. Von den auch schauspielerisch glücklich agierenden Solisten überzeugten vor allem Mathias Hausmann (Danton), Jennifer Davison (Lucile) und Rupert Bergmann (Saint-Just). DIe vielen Bravos des begeisterten Premieren-Publikums galten aber vor allem der schlüssigen Inszenierung und dem engagierten Ensemble. (NMZ online, 5.10. 2010) Michael Kube

Die Produktion der Neuen Oper Wien bestätigte, dass Gottfried von einem mit Dantons Tod ein zeitloses Meisterwerk geschrieben hat (...). Leonard Prinsloo hat eine packende, ohne falsche Aktualisierung zeitgemäße Inszenierung geschaffen. Großartig gesteigerte Massenszenen (Wiener Kammerchor), die Charaktere kennzeichnende Personenregie. (Österreich, 5.10.2010) Karl Löbl

Ein exzellent eingespieltes Orchester (Amadeus Ensemble Wien), einige schöne Stimmen (ausgezeichnet: Mathias Hausmann als Danton, Jennifer Davison als Lucile) sowie ein starker, hervorragend choreografierter Chor (Wiener Kammerchor) präsentierten ein dramatisches Bühnenwerk, dessen harte, bühnenwirksame Kraft von der Akustik der Halle E größtenteils verschluckt wurde. (Kurier, 6.10.2010) Daphne Springhorn

Doch die Oper ist, trotz des Sujets, frei von jedem revolutionären Anstrich, zweifellos bei einem Setting weit besser aufgehoben, das den historischen Rahmen zumindest andeutungsweise wahrt. Dies garantiert die pittoresken Kostüme von Saha Devi ebenso wie die Bühne von Gabriele Attl mit dem Tricolore im Hintergrund und archaischen Säulen auf einer erhöhten Fläche. Darunter gibt es Raum für die Inszene von Leonard Prinsloo, um Esszimmer oder Kerker anzudeuten oder den guten Wiener Kammerchor bei den Massenszenen in opulenten Tableaus voller Buntheit und quirliger Bühnengesten zu positionieren. In aller Buntheit ließ auch das Amadeus Ensemble Wien mit Dirigent und Neue-Oper-Wien-Intendant Walter Kobéra die Tableaus der Partitur entstehen. (Der Standard, 5.10.2010) Daniel Ender

In Wien war "Dantons Tod" zuletzt an der Volksoper zu erleben. Dieser Tage zeigt die Neue Oper Wien im Museumsquartier in der Halle E eine Neuproduktion - und der Besuch einer der verbleibenden vier Vorstellung sei an dieser Stelle nachdrücklich empfohlen. (...) Die Personenführung ist schlüssig, packend die Gestaltung der Massenszenen genau und ausgeklügelt die Choreographie. Regietechnisch geschickt wird der Bühnenumbau von den Protagonisten behutsam selbst vorgenommen. Großes Lob gebührt dem sängerisch wie darstellerisch stark agierenden Wiener Kammerchor (Einstudierung Michael Grohotolsky). (...) Walter Kobéra leitet ein präzises, mitunter sehr wuchtig aufspielendes amadeus ensemble-wien. (Wiener Zeitung, 5.10.2010) Marion Eigl