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Campiello

Herwig Reiter // Peter Turrini

Venedig, wie es liebt und lacht und singt und swingt Der nüchterne Industriebau verfügt über eine sehr gute Akustik, das Bühnenbild war originell gestaltet, gesungen wurde ausnahmslos auf hohem Niveau, und zwar so, dass Turrinis wunderbar spritziges Libretto (frei nach Goldoni) auch zu verstehen war. Und die Musik bot mit einer Vielzahl von musikalischen Zitaten eine knallbunte, doch sorgfältig gestrickte Unterlage perfekt für Stimme und Stück. (...) Die Musik war eher traditionell, keine neue Musiksprache, aber ausgezeichnetes Handwerk und vom amadeus-ensemble unter der umsichtigen Leitung von Walter Kobéra lustvoll umgesetzt. (Daphne Springhorn, Kurier)

Ein schöner Premieren-Erfolg Die Musik mixt Barockes, Neoklassik, Jazz, Popiges zu einem orchestralen Fließband, gibt den Figuren Kontur und den Sängern die Möglichkeit zur vokalen Präsentation. Alles kling angenehm und konsumentenfreundlich. Dies gilt auch für die Inszenierung (Anselm Lipgens) in einem Bühnenbild (Gabriele Attl), das die Industrie-Architektur eines ehemaligen Expedits geschickt ausnützt. (...) Das Ensemble agiert ausgezeichnet, Walter Kobéra hat einmal mehr für präzise Einstudierung gesorgt. Schöner Premierenerfolg. (Karl Löbl, Österreich)

Viel Wirbel auf der Piazetta Entstanden ist zwar kein "modernes" Musiktheater, aber eine wohlklingendem gut sangbare Musik, die beim Publikum der Uraufführung in der Expedithalle großartig ankam. (...) Walter Kobéra von der Neuen Oper Wien, Regisseur Anselm Lipgens "mit Gespür fürs Geschichtenerzählen" und dem amadeus ensemble-wien gelang eine dichte Aufführung. Überzeugend das Sängerensemble. (Kronen Zeitung Wien)

Amüsantes venezianisches Plätzchen Peter Turrini hat die Vorlage Carlo Goldonis humorvoll in die Sprache und Gedankenwelt unserer Zeit übertragen und dadurch eigentlich ein Neues Stück entstehen lassen. Herwig Reiter hat dazu eine sehr bekömmliche, völlig tonale, ständig changierende Musik geschrieben (...). Sie wird vom amadeus ensemble wien unter dem Leiter der Neuen Oper Wien Walter Kobéra engagiert umgesetzt. Bei den mit melodiösen Arien ausgestatteten Protagonisten, die in der temporeichen, amüsanten Regie von Anseml Lipgens sehr spielfreudig agieren und recht gut singen, stechen die köstliche Karin Goltz, Hege Gustava Tjonn und der geckenhafte Andreas Jankowitsch hervor. (Helmut Christian, Kleine Zeitung)

Lustiger Dorfplatz der Operngefühle Ein vertiefender Figurenblick gelingt Regisseur Anselm Lipgens öfters und dies natürlich auch dank des guten Ensembles (...), um das herum eine gekonnt tänzelnde tonale Musik für Atmosphäre sorgt. Das amadeus ensemble-wien unter Walter Kobéra setzt diesen Mix aus Gershwin, Polytonalität, Musical, Operettenseligkeit und Kurt Weill delikat um. (Ljubisa Tosic, Der Standard)

Die Stehaufweibchen von Favoriten Die Wahl des Spielortes ist stimmig: Carlo Goldonis "Campiello", den Peter Turrini 1982 bearbeitete, spielt ja in einer der schäbigeren Ecken Venedigs, rund um ein "Plätzchen", auf das sich Touristen nur verirren, wenn sie sich tatsächlich verirren. (...) Reiter hat dem Turrini-Text eine harmonisch brace, aber dennoch abwechslungsreiche, pointiert-gewitzte und klug instrumentierte Musik beigegeben, ohne Scheu vor Stil-Zitaten aus Jazz, Älplerischen, Operette oder Musical. Auch die Umsetzung durch Walter Kobéra und das Amadeus-Ensemble gelang durchaus entsprechend. (Helmar Dumbs, Die Presse)

(...) grandios adaptiert, famos inszeniert (Anselm Lipgens), traumhaft musikalisch unterlegt und mit der Konvention an den richtigen Stellen brechend! Die den Personen zugeordneten Melodien gehen beispielsweise bei den Duetten der Liebespaare geschickt ineinander über oder werden, der Ironie halber, schlichtweg getauscht. Komödiantisch und beschwingt sind die dem Genre entsprechenden Musikstücke - ohne in Mozart-Kitsch zu verfallen. Herwig Reiters Kompositionen leben dabei vom stetigen Wechsel zwischen Rezitativ und Arie. Mit Tanz und Jazz-Anklängen untermalt, entsteht schnell eine authentische Stimmung, die, trotz ihres bunten Zusammenspiels, ein italienisches Flair evoziert. Bravo! (Mangiapia, k2 kulur in centrope)