Archiv

The Last Supper

Harrison Birtwistle // Robin Blaser

Die Aufführung der Neuen Oper Wien beeindruckt. Walter Kobéra nützt seine reiche Erfahrung als Interpret zeitgenössischer Musik, um mit dem amadeus ensemble Birtwistles vielschichtiger Partitur, in der sich abendländische Musikgeschichte von der niederländischen Motettenschule über Bachs Passionen bis zu Luigi Nonos 'Prometeo' in Anspielungen (nicht Zitaten) synästhetisch anbietet, gerecht zu werden. Und Regisseur Philipp Harnoncourt bezieht den ganzen Raum des Semperdepots in seine dichte Inszenierung ein, lässt seine hingebungsvolle Singdarstellerriege teils inmitten der Zuschauer agieren. (Opernwelt)

Ein schlichtes Podium mit dem Tisch für die zwölf Apostel und Jesus, darüber ein in die Höhe ragender Turm diente im Semperdepot als Szenereie für Philipp Harnoncourts unaufdringliche Inszenierung. Walter Kobéra mit seinen Ensembles der Neuen Oper Wien garantierte im Zusammenspiel mit dem ausgewogenen Solistenensemble eine engagierte Realisierung der Partitur. (Österreichische Musikzeitschrift)

Ein tolles Ensemble setzt Harrison Birtwistles Musikideen intensiv um. Eine ambitionierte Produktion zu einem gewichtigen Thema. (Der Standard)

Die Neue Oper Wien hat diesmal unter der Regie von Philipp Harnoncourt, dem Sohn des berühmten Dirigenten, und einem Bühnenbild von Susanne Thomasberger (Kostüme: Linda Redlin) das Semperdepot in ganz neuer Form zur Bühne des Lebens avancieren lassen. Motor der hochinteressanten, vor Lebendigkeit und Energie strotzenden Aufführung ist einmal mehr Walter Kobéra. Der mit seinem Amadeus-Ensemble und dem Chor der Neuen Oper Wien die durchaus ansprechende Partitur von Birtwistle zum Leben erweckt. (Der Neue Merker)

Blasers Libretto und die hochexpressive serielle Musik Birtwistles erfahren in der musikalischen Leitung durch Walter Kobéra und durch Regisseur Philipp Harnoncourt eine ideale Wiedergabe, wobei die Architektur des Semperdepots (Bühne: Susanne Thomasberger, Kostüme: Linda Redlin) eine wichtige Rolle spielt. Hervorgehoben werden müssen das ambitionierte amadeus ensemble-wien, der Frauenchor und die hervorragenden jungen Sänger. Ein erfreulicher Leistungsbeweis der Neuen Oper Wien. (Kronen Zeitung Wien)

Von einem Geist (Jennifer Davison) ins Jahr 2000 geholt, werden die Jünger Jesu aufgefordert, ihr Leben nach dem Weg nach Gethsemane zu schildern. Im Semper-Depot gelingt dies allen Sänger-Darstellern eindringlich dank überzeugender Personenführung durch den Wiener Regisseur Philipp Harnoncourt. Walter Kobéra ist mit seinem amadeus ensemble-wien ganz in seinem Element. (Kleine Zeitung)

Zu alldem gesellt sich nun Philipp Harnoncourts Inszenierung. Sie setzt den Tumult in viel Bewegung um - was nur adäquat ist. Hier prangt ein Turm im Zentrum. Schon imposant, wie er den hohen Raum nützt, wie er Stimmen mystischen Hall verleiht. Suggestiv auch jene eingebrochene Tafel, die erst instandgesetzt werden muss für das erneute Mahl. Und auch Birtwistles tönende "Tableaux" bieten dann manchen dramatischen Moment, der genützt wird: Alexander Puhrer zürnt mit prägnantem Jesus-Bariton Übeln wie genetischer Selektion; eine füllige Petrus-Stimme (Rupert Bergmann) gebietet Lynchgelüsten gegenüber Judas Einhalt; und Letzterer (Ladislav Elgr) betont glühend die Gottbefohlenheit seiner einstigen Tat. Mit stimmlichem Hochdruck glänzt nicht zuletzt auch Jennifer Davison. Applaus für die Sänger und das amadeus ensemble-wien unter Walter Kobéra. (Wiener Zeitung)