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FUGE – UNFUG – E

Dieter Kaufmann

Die Musik soll nach Kaufmann "akustisches Bühnenbild" sein. Und tatsächlich umrahmt sie diese Jelinek-Auseinandersetzung mit dem in einer Anstalt gelandeten Dichter Robert Walser als bisweilen flächig-statisches, dann wieder opulent sich dahinschwingendes Gebilde, das vom "amadeus ensemble wien" unter Walter Kobera energetisch aufgeladen umgesetzt wird.

In Elliott Carters Kammeroper What next? finden sich sechs Personen nach einem Autounfall ratlos in einer schräg postierten weißen Box, die passenderweise keinen sicheren Halt bietet (Ausstatterin: Katrin Connan). Hat man überlebt? Wie sind die Beziehungen zueinander? Das enigmatische Geschehen hat Erath dicht inszeniert, er profitiert auch davon, ein sehr gutes Ensemble zur Verfügung zu haben. (Der Standard)

Überhaupt besticht der Abend der Neuen Oper Wien durch die ideenreiche Regiearbeit von Johannes Erath, der auch "What next?", die einzige Oper des heuer hundertjährigen amerikanischen Komponisten Elliott Carter, mit großem Ideenreichtum davor bewahrt, trotz kurzer 45 Minuten lang zu werden. (Vorarlberger Nachrichten)