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Orfeo

Christoph Cech / Claudio Monteverdi

Cech versteht es, bei der Uraufführung in der Wiener Remise durch fragmentarische ästhetik zu bezaubern: Barocke Passagen werden von sirrenden Streichern, luftigem Bläsergezwitscher, verfilzt-vertrackten Rhythmen umspielt, tauchen immer wieder aus Tiefenschichten hoch.
(Wiener Zeitung)

Cech ist das Kunststück gelungen, das alte Werk kommentierend neu nachzuschaffen, mit großer Sensibilität, mit ebenso großem Können und mit einem eminenten Gespür für die musikalische und dramaturgische Gratwanderung. [...] Die Inszenierung unterstreicht diesen Zug in der choreografierenden Regie Carlos Wagners, durch das klare, schöne und abstrakt-durchlässige Bühnenbild Christof Cremers und das konzise Licht Norbert Chmels. Walter Kobéra dirigiert souverän; die Sänger – herausragend Milena Georgieva als Musica/ Speranza und Alexander Kaimbacher als Orfeo – singen exzellent. Ein kräftiges Lebenszeichen von Wiens freier Opernszene.
(Salzburger Nachrichten)

Christoph Cremer baute [...] einen hinreißend schönen Bühnenraum aus hellen Holzlamellen, die in magischem Licht (Norbert Chmel) leuchten. Sandboden, eine Art Chorgestühl für den Chor, eine Rampe als Zugang zur Unterwelt beeindrucken durch spartanische Strenge. Wunderschön sind Cremers Kostüme. [...] Alexander Kaimbacher ist ein souveräner Orfeo mit schlanker Tenorstimme und schöner Diktion, Rebecca Nelsen eine sanfte Euridice, Milena Georgievnas Sopran gefällt durch Wärme und Leuchtkraft. Verlässlich das übrige Ensemble. Ein eindrucksvoller Abend!
(Kronenzeitung)

Umhüllt von einer geradezu sakralen Aura aus vibratolosen Streicherakkorden flehte da Orpheus um Einlass in die Unterwelt – ein berückender Moment, den Tenor Alexander Kaimbacher als intensiver Darsteller im Melodram des letzten Aktes noch übertraf: Irr vor Schmerz, ist ihm nach dem Verlust Eurydikes der Gesang in der Kehle verdorrt. (Die Presse)