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Endlich Schluß

Wolfram Wagner

Ein klein besetztes, von Dirigent Kobéra bei der Uraufführung im Semper-Depot sehr gut geleitetes Orchester (Amadeus Ensemble Wien) trägt die Handlung; Turrinis Text wurde von Hassler stark gekürzt und feinsinnig für die Opernbühne adaptiert. Vor allem Wagners Musik überzeugt. Ganz unverkrampft setzt Wagner auf swingende, ja jazzige Elemente, bewusste Zitate, melodischen Witz und auf eine eingängige, leicht fassbare Rhythmik. Zurück bleibt aber die Erkenntnis, das "neue Musik" trotz der Schwere des Sujets leicht und sympathisch sein kann.
(Kurier)

Wagner gelang ein Stück aus einem Guss, wohl ausbalanciert zwischen Komik und Tragik, mit kunstvollen Zitatelementen – etwa aus Carmen: wohlklingende, farbenreiche, effektvoll instrumentierte Musik, bei der man genau hört, welche Gefühlslage, welche Skurrilitäten und welche Brisanz in der jeweiligen szenischen Konstellation angesprochen werden. Das ist Musik, die Situationen offen legt und – wie er selbst schreibt - "keine unhörbaren Geheimnisse verschlüsselt". Eindrucksvoll realisierte Walter Kobéra das Werk mit Andreas Jankowitsch (Mann), zehn Chorsängern und dem Amadeus-Ensemble Wien.
(österreichische Musikzeitschrift)

Conductor Walter Kobéra deserves some kind of award for his unflagging and courageous commitment to new works of music theatre. Neue Oper Wien, a verdent oasis in the conservative culture of Vienna, proved once again that the best opera in town is to be heard in its most untraditional venues.
(Financial Times)