Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern

Helmut Lachenmann
Komponist: 
Helmut Lachenmann
Premiere: 
2003-05-23 00:00:00

Musik mit Bildern // Text von Hans Christian Andersen, Gudrun Ensslin und Leonardo da Vinci // Österreichische Erstaufführung // Gasometer, Wien

Musikalische Leitung
Walter Kobéra
Inszenierung
Alfred Kirchner
Ausstattung
Karl Kneidl
Lichtdesign
Norbert Chmel
Choreinstudierung
Michael Grohotolsky
Dramaturgie
Vera Sturm
Tontechnische Realisierung / Klangregie
Wolfgang Musil, Universität für Musik und darstellende Kunst / Institut für Komposition und Elektroakustik
Sopran
Elizabeth Keusch
Sarah Leonard
Das Mädchen
Phillipa Galli
Gudrun Ensslin
Therese Affolter
Großmutter
Emine Sevgi özdamar
Sprecher / Leonardo da Vinci
Walter Raffeiner
Stumme Rollen
Billy Baumgartner
Gertrude Baumgartner
Walter Dosel
Alfred Gessl
Rudolf Gross
Wolfgang Knoche
Wilhelm Permoser
Michael Reardon
Klavier
Jürgen Kruse
Yukiko Sugawara
Shô-Spielerin
Tomoko Kiba
Orgel
Anna Sushon
Celesta
Benjamin McQuade

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
amadeus ensemble-wien
Chor der Neuen Oper Wien

Eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen

Des Werks Genrebezeichnung, "Musik mit Bildern", deutet schon die Schwierigkeiten für jede Inszenierung an. Sie sollte unvermeidliche optische Verdopplungen möglichst gering halten. Schließlich besteht der Reiz von Lachenmanns Partitur nicht zuletzt in der geradezu brutal körperlichen Vergegenwärtigung von Klängen aller Art. Kirchner löst das Problem überzeugend, zumal da er sich auf vorzügliche Darsteller verlassen kann: Therese Affolter (Gudrun Ensslin), Walter Raffeiner als Sprecher und Phillippa Galli in der Titelpartie.
(Die Welt)

Die fabelhafte Festwochenproduktion der Neuen Oper Wien im Gasometer gibt vielerlei Aufschlüsse: über die Qualität freien Produzierens; über den erstaunlichen Standard der Tonkünstler, die unter Walter Kobéra alles einlösen, was sie unter Maestri neunter Klasse nie versprechen durften; und über die sensationelle neue Schauspielerin Phillippa Galli, die hiermit Faktum und zur Kenntnis zu nehmen ist.
(News)

Kobéra und seine Musiker von der "Neuen Oper Wien" schaffen ein klanglich-musikalisch höchst eindrückliches Ergebnis. Gemessen an ihren Vorläufern, ist auch diese Umsetzung der Partitur geradezu perfekt. Die Musiker bringen Lachenmanns feinst differenzierte Klangschattierungen auf den Punkt. Ja, es entstand sogar der Eindruck, als habe Kobéra einen "musikalischeren", süffigeren und freier schwingenden Gestus gefunden als vor allem die deutlich herbere Produktion in Stuttgart. [...] Die Verbindung Szene-Klangwelt ist gelungen und hat bewiesen, das sich das so introvertierte Werk einer Deutung durch bewegte Bilder nicht verschließt. [...] Ein Sieg nach vielen Punkten.
(Salzburger Nachrichten)

Der Chef der Neuen Oper Walter Kobéra waltet mit Kompetenz und Überblick des gewaltigen Klangapparates und entlockt dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und dem Amadeus Ensemble Wien all jene instrumentalen Klangfetzen, Einzeltöne und Geräusche, mit denen Lachenmann die metaphorische Kälte ins "Musik"-Bild setzt und die Hans Christian Andersens Schwefelholzverkäuferin erfrieren lässt.
(Frankfurter Rundschau)

Walter Kobéra ist jener Experte für zeitgenössisches Musiktheater, den es bei diesem Stück auch braucht.
(Das Opernglas)