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Johnny Johnson

Kurt Weill

Dieter Berner inszenierte sehr feinfühlig. Tragik und Komik, Freud und Leid lagen spürbar dicht nebeneinander. Die Zuschauer konnten Hoffnungen aufkeimen und Träume platzen sehen. [...] An vorderster Front stand Dieter Kschwendt. Ein Volltreffer, der sehr präsent Johnny Johnsons Verrücktheit ehrlich und unaufgesetzt aus den Umständen entwickelte.
(Musicals)

Heraushebenswert dabei die schlackenfreie Übersetzung der Paul-Green-Texte von Hilde Berger und Richard Weihe, die in dieser Form erstmals in österreich dargeboten wurden. Nicht erst seit Ute Lemper ist bekannt, dass Weill bei seiner Musik an singende Schauspieler dachte. Dieter Kschwendt-Michel als Titelfigur ist ein Glücksfall. Sehr ambitioniert das Amadeus-Ensemble-Wien um Walter Kobéra, dem die Werke exilierter Komponisten ein besonderes Anliegen sind.
(Der Standard)

Zerborstener Beton, Trümmerhaufen, Rauch. Aus den Tiefen und hinter den Platten tauchen die Sänger auf, balancieren waghalsig und bewundernswert sicher über die schrägen Flächen, die Damen in Stöckelschuhen, die Herren teils in Hast. In diesem eindrücklichen Bühnenbild, das Reinhard Taurer in Gedenken an den New Yorker "Ground Zero" schuf, führt die Neue Oper Wien im Schlosstheater Laxenburg Kurt Weills Anti-Kriegs-Epos "Johnny Johnson" auf. [...] Inszenierung (Regie: Dieter Berner), Sänger und das Amadeus Ensemble Wien erreichen im Schlosstheater Laxenburg eine Qualität weit über dem üblichen Sommertheater-Niveau. Die Balance zwischen ernstem Thema, leichter Musik, dramatischem Effekt und Witz gelingt spielerisch, die Elemente fügen sich - unterstützt von der dynamischen Inszenierung - zu einer stimmigen Aufführung. [...] Selten wirkte ein Kampf, in Zeitlupe und Nebel, so sanft und grausam zugleich.
(Die Presse)