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Wintermärchen

Philippe Boesmans

Sieger des Abends bleibt damit Walter Kobéra am Pult: Bewundernswert, wie er sein großbesetztes Amadeus-Ensemble zu orchestralen Höchstleistungen führte, vom wohlstudierten Chor und dem Solistenensemble nach Kräften unterstützt. Aus ihm ragten der markante, textdeutliche Bariton von Christian Rudik (Leontes), der schlanke Sopran von Ingrid Silvéus (Hermione), der satte Alt von Sulie Girardi (Paulina) und der seriöse Baß von Alfred Werner (Camillo) heraus.
(Die Presse)

Kein Geringerer als der Wiener Festwochen-Intendant Luc Bondy hat ein sehr konzises Textbuch verfasst, das Shakespeares Theaterstück gekonnt komprimiert. Und der Komponist hat das ganze Kompendium verführerisch-schöner Noten in das Stück hineinmontiert; lässt es am Anfang borstig klingen, um sich danach im Lauf der vier Akte immer mehr der kantilenen Verfeinerung hinzugeben. [...] Nun hat die Neue Oper Wien das Stück als österreichische Erstaufführung ins Wiener Odeon gebracht, recht ordentlich inszeniert (von Michael Klette), mit einer ökonomischen Bühnenkonstruktion (Reinhild Blaschke), die dank eines fantasievoll-exakten Lichtdesigns (Norbert Chmel) poetische Qualitäten entwickelt, gut gesungen - insbesondere von Christian Rudik als König Leontes - und konzis untermalt vom Amadeus Ensemble-Wien unter Walter Kobéra.
(Salzburger Nachrichten)

Musiziert wurde auf technisch erstaunlich hohem Niveau, das vor allem das junge Amadeus Ensemble vorgab. [...] Mit Christian Rudik besaß die österreichische Erstaufführung des Werkes auch einen Leontes von Format.
(Der Standard)