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Der Leuchtturm

Peter Maxwell Davies

Gerade die Vieldeutigkeit, die Carlos Wagner in der Wiedergabe der Neuen Oper Wien wagt, ist indessen der Triumph dieser Aufführung: Mit filmischer Präzision wird der Horror-Trip gesteigert, ohne zu konkret zu werden. Unterstützung findet er in Conor Murphys karger, schlichtweg idealer Raumgestaltung und im fantasievollen Lichtdesign von Norbert Chmel. [...] Walter Kobéra am Pult das Amadeus Ensemble-Wien krönt diese Produktion: Davies' komplexe Rhythmen werden nicht nur mit äußerster Präzision umgesetzt, Kobera arbeitet aus der Partitur auch die Sinnlichkeit, die nervenaufreibende Spannung heraus. Von allen sechs "Leuchtturm"-Produktionen, die ich kenne, ist diese [...] die mit großem Abstand beste: Modernes Musiktheater zum Fingernägel-Abkauen.
(Wiener Zeitung)

Der Handlungskrimi, der nach einer wahren Begebenheit das geheimnisvolle Verschwinden dreier Leuchtturmwächter erzählt, ist musikalisch klug gewoben und an Schlüsselstellen spannend aufbereitet. Das grelle Aufblitzen des Lichtes erlebt man nicht nur im Bühnenbild (Conor Murphy), sondern auch im Aufbäumen der Maxwell'schen Partitur. Die drei Wächter, gegeben von Erik Årman, Steven Scheschareg, Steven Gallop, werden vom Regisseur Carlos Wagner gut gezeichnet. Sie bieten auch stimmlich dem Raum entsprechende Leistungen. Ebenso seriös das Amadeus Ensemble unter Dirigent Walter Kobéra. Kurzum: ein empfehlenswerter Abend.
(Neue Kronenzeitung)

Zum Höhepunkt der Handlung wurde Sandys laszive Ballade, wobei das Semper-Depot mit seiner Höhe von über dreißig Metern imposante Kulisse bot, mit Leiter, Rundlicht und Fernbildern in höheren Etagen.
(Der Standard)