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Pallas Athene weint

Die Stärke dieser Produktion der Neuen Oper Wien ist jedoch musikalischer Art. Allen voran ist Franz Gürtelschmied (als Alkibiades) zu nennen, dessen Tenor – was Timbre, Klarheit und Intensität anbelangt – internationales Format aufweist - derstandard.at/2000046577615/Pallas-Athene-weint-Anatomie-des-Untergangs

Ljubisa Tosic (Der Standard)

Da ist einmal Klemens Sander (Sokrates), der einen Mix aus Elder Statesman und resigniertem Philosophen gibt. Textverständlich wie kaum ein anderere, präzise in der stimmlichen Fokussierung, kernig im Ausdruck und überzeugend in allen Belangen. (...) Neben ihm der junge Franz Gürtelschmied als in allen Situationen elastischer Feldherr Alkibiades, der mit geschliffener, klarer und griffiger Stimme gefällt. Ein Tenor, den man im Auge behalten muss. (...) Walter Kobéra an der Spitze der klanglich frischen, sehr dynamisch musizierenden Tonkünstler fügt alles zur strengen Klangarchitektur zusammen. Begeisterung im Publikum!

Oliver A. Láng (Kronenzeitung)

Regisseur Christoph Zauner schafft präzise Individuen jenseits der Thesenhaftigkeit und führt auch den erstklassig studierten Wiener Kammerchor in choreographischer Exaktheit. Den Vorwurf der "Klang-Askese" (so Adorno über Krenek) widerlegt Walter Kobéra mit den Niederösterreichischen Tonkünstlern überzeugend, bändigt aber auch die Fülle des groß besetzten Orchesters im Interesse der Textverständlichkeit.

Barbara Palffy (Kurier)

Ob Christoph Zauners dunkle, statische Regie, versetzt mit Jörg Brombachers geradlinigem Bühnenbild und den schlichten Kostümen von Mareile von Stritzky, in der hohen Ruine allzu zeitgeistig war? Keinesfalls. Ereignisse und Tendenzen der jüngeren Zeitgeschichte wie der Gegenwart wurden spürbar, waren hier aber ganz universell erlebbar als das menschliche Spiel von Macht, Liebe, Verlangen, Mord und Manipulation. Ein Spiel, das Ernst Krenek in einer kraftvollen Symbiose aus Wort und Ton zu 150 Minuten packendem Musikdrama gegossen hat, packend musiziert vom Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich unter der Leitung von Neue-Oper-Wien-Intendant Walter Kobéra.

Daniel Wagner (Wiener Zeitung)

Der Neuen Oper Wien und dem unermüdlichen Dirigenten Walter Kobéra – es spielt das NÖ Tonkünstlerorchester – sei Dank für diese Produktion. Nicht nur Wiederentdeckungen, auch Entdeckungen fördert Kobéra, denn es ist ein tolles, junges Ensem- ble, sorgsam ausgewählt und auf der Höhe der Ansprüche. 

Ernst P. Strobl (Salzburger Nachrichten)