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Staatsoperette

Nikolaus Habjans Puppen, bedient von den Sängern der jeweiligen Rollen, vollbringen die Paradoxie und reißen den historischen Figuren alle Masken herunter, die sie auf alten Fotos und in Filmaufnahmen noch tragen mögen. Wenn Kanzler und Diktatoren sich in bleichen, reptiliengleichen Klappmaulgesichtern verdoppeln, konzentrieren und offenbaren, wächst das szenische Geschehen über sich selbst hinaus - und wirklich unheimlich. (...) Zusammen mit dem Ensemble legt sich der Wiener Kammerchor voll ins Zeug, und dass man im manchmal bunten Zuckerguss der Musik immer auch noch die starke Prise Zykan'schen Pfeffers herausschmeckt, dafür sorgt Walter Kobéra am Pult des Amadeus-Ensembles. Walter Weidringer (Die Presse)

Das Ensemble Amadeus unter Kobéra lässt an Klarheit und Schärfe nichts zu wünschen übrig, hochambitioniert agieren alle Sängerinnen und Sänger. Daniel Ender (Der Standard)

Der einst skandalisierte Film hat auf die Bühne gefunden, würde bei den Bregenzer Festspielen mit Sicherheit mehr Publikum erreichen als in zwei Aufführungen auf der Werkstattbühne Platz finden und wird an der Neuen Oper in Wien weitergespielt. (...) Die Rollen sind mehrfach besetzt, Camille dell'Antonio, Marco DI Sepia, Gernot Heinrich oder Hagen Matzeit bieten treffliche Figuren, die sehr genau agierend stets an der Grenze zur Karikatur bleiben. Barbara Polt und Laura Schneiderhan, die beiden, stimmlich wie schauspielerisch versierten Frauen als kommentierende Linke und Rechte schließt das Premierenpublikum ebenso in den großen Applaus mit ein wie das gesamte Ensemble, das Leading Team und vor allem auch Nikolaus Habjan, der gemeinsam mit Simon Meusburger Produktionen zur Zeitgeschichte kreierte und für diese "Staatsoperette" etwa für Mussolini, Hitler, Seipel, Dollfuß und Schnuschnigg Puppen schuf, die der Handlung gewissermaßen ein Allgemeingültigkeit verleihen." Christa Dietrich (Vorarlberger Nachrichten)