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Das Gewinnerwerk
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Bruder Woyzeck - Traumfalle

 

Synopsis

Klara, eine erfolgreiche Theaterschauspielerin, die gerade die Marie aus "Woyzeck" gespielt hat, begegnet, zunächst nur im Briefkontakt, dem Häftling Georg, der das Leiden der von ihr bewunderten Bühnenfigur des "Woyzeck" zu spiegeln scheint. Fasziniert und gerührt von der "Wahrheit" Georgs, der seine Frau im Affekt erstochen hatte, wird Klara zur Grenzgängerin zwischen zwei Welten: dem Kunstraum der Bühne und dem Schauplatz einer modernen Haftanstalt. Mit der Besessenheit des Traums inszeniert sie ihre Liebe, gibt sich der Illusion einer unbekannten Leidenschaft hin, verändert sich und entfernt sich immer weiter von ihrer bisherigen Kunstwelt und deren Protagonisten. Aufgrund von Klaras Vehemenz beginnt sich das Verhältnis Opfer-Täter nahezu umzukehren. Als Georg kurze Zeit später freikommt und Klara ihn bei sich aufnimmt, erkennt sie in einer albtraumhaften Nacht die Illusion ihrer Liebe, plötzlich fürchtet sie den Mörder in Georg, vor dem sie sich versteckt. Sie flüchtet in den Theaterbetrieb.

Gedanken zum Stück

Bei "Bruder Woyzeck - Traumfalle" (Arbeitstitel) handelt es sich um ein Theater im Theater. Je nach den örtlichen Gegebenheiten sind der Phantasie des Regisseurs keine Grenzen gesetzt, dieses auch, quasi als "Spiegelmodell", im Theater zu inszenieren und die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschmelzen zu lassen. Die Premierenfeier ist im Moment nur für das Ensemble komponiert, könnte aber auch mit Statisten angereichert werden, sehr reizvoll erscheint mir auch die (nicht nur szenische) Nebeneinanderstellung von Gefängnis und Theater. Eine wichtige Ebene ist die mitschwingende Sorge und Kritik am Theaterbetrieb, dem Kunstbetrieb an sich, auch am Musikbetrieb. Daher finden sich in meiner Komposition wichtige Zitate aus Alban Bergs "Wozzeck" (der Anfang der Oper ist quasi ein "Wozzeck" in 30 Sekunden), die Musiksprache entfernt sich immer mehr von der Klanglichkeit Bergs, ohne jedoch einen Bezug zu ihr zu verlieren. 
Klaras Liebe zu einem Traumbild des Häftlings Georg Mühl und das schlagartige Platzen der Illusion erinnert auch an die Problematik von heute verbreiteten Online-Blinddates. Auch hier findet sich ein schöner Zeitbezug zum Heute.

www.markuslehmannhorn.de