Heute noch, um Mitternacht,
wirst du sehen ein fahl’ Pferd,
und der darauf heißt Tod,
und die Hölle folgt ihm nach!
So schrei und heul und zittre!
Denn kommen wird Blut,
und Feuer wird folgen!
Und nichts wird bleiben,
als Kohlenstaub!
Bei Nekrotzars Prophezeiung in György Ligetis großer Oper Le Grand Macabre assoziiert man in diesem Jahr unweigerlich das ominöse Datum 13.0.0.0.0. Dieses stammt aus dem in Stein gemeißelten Kalender der Maya und beschreibt bei uns den Kalendertag 21.12.2012. Verschiedene Apokalyptiker berufen sich dabei auf einen in Dresden aufbewahrten Kodex der Maya, worin die Vollendung des 'großen Zyklus der langen Zählung' beschrieben wird: 'Unser gegenwärtiges Universum wird ausgelöscht.' Gemäßigtere Deuter sehen 'lediglich' eine große Wende auf ökonomischer und ökologischer Ebene, als Chance für einen umfassenden Neubeginn.
2009 hat die Neue Oper Wien ein einzigartiges Projekt gestartet. In Andenken an den bedeutenden österreichischen Komponisten Gerhard Schedl wurde der ‚Gerhard Schedl Musiktheaterpreis der BNP Paribas Stiftung – ein internationaler Musiktheater-Wettbewerb der Neuen Oper Wien’ ausgeschrieben. 2011 wurde dieses Projekt im Zuge des Maecenas gewürdigt. Der Wettbewerb erbrachte über 60 internationale Einsendungen, u.a. aus Europa, Südamerika, Australien, Japan, Singapur, Russland und den USA. Eine internationale Jury ermittelte das Siegerwerk: Woyzeck 2.0 – Traumfalle von Markus Lehmann-Horn. Mit der Uraufführung im April 2012 kommt es nun zum öffentlichen Finale.
Ich wünsche Ihnen berührende, aber auch amüsante Stunden bei der musiktheatralischen Auseinandersetzung mit AlbTraum & Wirklichkeit.
Ihr
Walter Kobéra