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Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Detlev Glanert

Eine komische zeitgenössische Oper? Was auf den ersten Blick ein unvereinbarer Gegensatz zu sein scheint, ist in „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ höchst erfolgreiche Realität geworden. Mit ihrer 1999/2000 im Auftrag des Opernhauses Halle entstandenen Oper haben Detlev Glanert und sein Librettist Jörg W. Gronius bewiesen, dass Neues Musiktheater nicht per se unkomisch sein muss.

Wobei einem die Komik dieses Stücks im Halse stecken bleibt – spätestens, wenn als Fazit des Ganzen herauskommt, dass der Mensch ohnehin noch viel böser ist als der Teufel. Schon die Vorlage von Christian Dietrich Grabbe ist kein so reines Lustspiel, als das es gern bezeichnet wird. Der 1801 geborene Dichter wollte seine Verzweiflung über die entmenschlichten Zustände in der Welt zum Ausdruck bringen – mit den exzentrischen Mitteln, die er am besten beherrschte: Karikatur, Groteske, Übertreibung. Heinrich Heine nannte Grabbe wegen der Kombination seiner Genialität mit seinen oft gewagten Einfällen einen „betrunkenen Shakespeare“.

Henze-Schüler Glanert trägt der komischen Vorlage mit einer effektvollen und abwechslungsreichen Theatermusik Rechnung. Seine Partitur besticht dabei vor allem durch die prägnante musikalische Charakterisierung der Figuren. In den vierzehn Rollen verarbeitet er dabei fast die gesamte Bandbreite der menschlichen Stimme.

Und auch mit dieser Komödie ist Glanert wieder etwas gelungen, was heute in diesem Ausmaß durchaus Seltenheitswert hat: sein Musiktheater erreicht die Zuschauer und wird an vielen Bühnen nachgespielt.

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